Dienstag, 18.12.2018 22:27 Uhr

Ämter lasst die Säge ruhn

Verantwortlicher Autor: Wolfgang Weichert Stuttgart, 02.10.2018, 21:43 Uhr
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Symbolbild
Symbolbild  Bild: Wolfgang Weichert

Stuttgart [ENA] "Ämter lass die Säge ruhn" Unter diesem Motto ruft Greenpeace die Stuttgarter Bürger auf, sich an der Podiumsdiskussion zum Thema Stadtwald Stuttgart zu beteiligen. Die Podiumsdiskussion findet am 09.10.2018 um 19:00 Uhr im Stuttgarter Rathaus statt (Pressemitteilung Greenpeace).

Teilnehmer sind neben Vertretern der Stadt und Gemeinderats Fraktionen unter anderem Jörg Noetzel von der Bürgerinitiative Zukunft Stuttgarter Wald und Lutz Fähser, Entwickler des von Greenpeace empfohlenen ökologischen Waldbewirtschaftungsmodells. Die grundsätzliche Frage, die sich stellt ist: wie soll der Wald in Zukunft dastehen? Ökologisch nachhaltig, mit einem großen Erholungswert für die Stuttgarter Bürger, Artenvielfalt und Reichhaltigkeit an Bäumen oder Holznutzung um jeden Preis? Soll es einen Waldbeirat geben in dem alle Beteiligten (Umweltverbände, Forstamt und die Stadt) gemeinsam Konzepte zur Waldnutzung erarbeiten oder soll wie bisher alles im geheimen durch das Forstamt geplant werden und der Gemeinderat schaut weg?

FSC Zertifizierung – ein Zeichen für gesunde Waldwirtschaft Bislang verschweigt das Forstamt, weshalb die bereits in 2013 im Gemeinderat beschlossene FSC-Zertifizierung noch nicht erfolgt ist, auch die Gründe weshalb es in 2018 zu solchen massiven Fällungsaktionen kam werden den Bürgern nicht transparent gemacht. Auf Anfrage von Greenpeace teilte das Forstamt mit eine Vertragsunterzeichnung mit einem Auditor für FSC stünde demnächst an. Anfragen von Greenpeace zum Stand der FSC-Zertifizierung an den Gemeinderat blieben ergebnislos. Der Gemeinderat verwies an das Forstamt. Anscheinend hat der Gemeinderat die Arbeit des Forstamtes (Einleitung eines Vergabeverfahrens zur Auswahl des Zertifizierungsbüros) nicht kontrolliert!

5 Jahre nach Beschluss des Gemeinderates mit dem Ziel 2014 ein FSC-Zertifikat vorweisen zu können, ist noch kein Vertrag abgeschlossen. Auch nachdem es dieses Jahr zu Protesten von Bürgern wegen Baumfällungen kam, wurde das Thema der FSC-Zertifizierung ausgelassen. Es drängt sich der Gedanke auf, dass das Forstamt und der Gemeinderat nicht wirklich beabsichtigen den Stadtwald ökologisch zu bewirtschaften oder gar die Holznutzung einzustellen und der Frischluftfunktion des Waldes höchste Priorität beizumessen. Auch die Beteiligung der Bürger an der Ausgestaltung des Nutzungskonzeptes für den Stadtwald, wird zu verhindern gesucht.

So steht die Frage eines Wald-Beirates der von der Bürgerinitiative Zukunft Stuttgart Wald vorgeschlagen wird, und der von Greenpeace unterstützt wird, nun erst mit einem Datum in 2023 im Raum. Das ist allerdings nach Ablauf des aktuellen Forsteinrichtungsplans. Somit können sich die Bürger und Umweltverbände nicht an der Planung der nächsten Forsteinrichtung beteiligen, in dieser werden die zu erntenden Holzmengen festgelegt. Greenpeace appelliert an die Stuttgarter Bürger: Setzen Sie sich für Ihren Stadtwald ein damit er in Zukunft noch also ein solcher bezeichnet werden kann! Nehmen Sie an der öffentlichen Podiumsdiskussion am 9.10. um 19:00 Uhr im Rathaus teil! Der Wald dankt es Ihnen!

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