Samstag, 15.12.2018 00:38 Uhr

Gute Erträge waren auch im Trockenjahr 2018 möglich

Verantwortlicher Autor: Uwe E. Nimmrichter Neustadt in Sachsen, 26.11.2018, 14:46 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 2531x gelesen
Der „Bodenkurs im Grünen“  vermittelt praxisnah die Grundlagen der Regenerativen Landwirtschaft.
Der „Bodenkurs im Grünen“ vermittelt praxisnah die Grundlagen der Regenerativen Landwirtschaft.   Bild: Uwe E. Nimmrichter

Neustadt in Sachsen [ENA] Das Trockenjahr 2018 hat gezeigt, dass die regenerierenden Anbauverfahren der richtige Schritt für die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe sind. Die Ernteverluste waren geringer als bei herkömmlich wirtschaftenden Landwirten. Der "Bodenkurs im Grünen" zeigt den Weg dorthin.

220 Landwirte haben in diesem Jahr am „Bodenkurs im Grünen“ von Dietmar Näser, Grüne Brücke – Büro für Regenerative Landwirtschaft, und Friedrich Wenz, Friedrich Wenz GmbH, teilgenommen. Das waren 80 mehr als im vergangenen. Neben zwei Kursen in Deutschland gab es Angebote in Frankreich, Italien, der Schweiz, Norwegen und Dänemark. Das verdeutlicht die Relevanz dieses Themas über Ländergrenzen hinweg. „Gerade 2018 hat gezeigt, dass die regenerierenden Anbauverfahren der richtige Schritt für die Zukunft der Betriebe sind. Die Ernteverluste waren geringer als bei herkömmlich wirtschaftenden Landwirten. Die Beispiele der gastgebenden Betriebe waren beeindruckend.“, erklärt Dietmar Näser und verweist auf die damit auf die positiven Effekte.

Die Betriebe sind durch den dauergrünen Anbau mit Untersaaten und Zwischenfrüchten, durch eine schonende Bodenbearbeitung sowie durch die Vitalisierung mit Komposttee und die Anwendung von Pflanzenfermenten weitaus besser und überwiegend mit höheren Erträgen durch das Extremjahr gekommen als konventionell wirtschaftende Landwirte. Gleichzeitig konnte auf den Einsatz von künstlichen Düngern und Pflanzenschutzmitteln verzichtet werden.

Der „Bodenkurs im Grünen“ vermittelt praxisnah die Grundlagen der Regenerativen Landwirtschaft.
Die Bodenkurse finden auf den Feldern bei gastgebenden Betrieben statt.
Schonende Bodenbearbeitung bei der Regenerativen Landwirtschaft

Dietmar Näser befasst sich seit Jahren mit der Regenerativen Landwirtschaft, das heißt, mit der Regeneration des Boden-Kohlenstoffgehaltes. Ziel seiner Arbeit ist es, die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaftsbetriebe zu stärken. Dazu sind stabile Erträge bei geringem Aufwand notwendig. Ansteigender, lebend verbauter Boden-Kohlenstoff als Nährhumus liefert Nährstoffe, verbessert die Pflanzengesundheit und unterdrückt den Unkrautwuchs. Die Regeneration erfolgt während der Anbauverfahren mit den gleichen Methoden, die für hohe Erträge erforderlich sind. Das System der Regenerativen Landwirtschaft hat Dietmar Näser gemeinsam mit Landwirten entwickelt und in Zusammenarbeit mit Dr. Ingrid Hörner und Friedrich Wenz methodisch strukturiert.

Die Bodenkurse von Dietmar Näser und Friedrich Wenz vermitteln den teilnehmenden Landwirten praxisnah die Grundlagen der Regenerativen Landwirtschaft und zeigen am Beispiel der gastgebenden Betriebe Empfehlungen für die eigenen Entscheidungen. Anbaumethoden, die den Humus regenerieren, sind einfach. Die Details sind jedoch entscheidend, denn Pflanzen und Bodenleben agieren als ein System. Damit sind Paradigmenwechsel verbunden, mit denen sich viele Landwirte noch schwer tun: Weg von der Technikverliebtheit und einer fast dogmatischen über Jahrzehnte eingeübten Vorgehensweise.

Das Augenmerk liegt bei Dietmar Näser auf Menschen, die das Wechselspiel zwischen Boden, Bodenleben und Pflanzen wahrnehmen, Veränderungen beobachten, mit einfachen Werkzeugen die Entwicklungen messen und daraus ableiten, was getan werden muss. Das Wissen darum und die Sensibilisierung sind Kernelemente der Ausbildung innerhalb des „Bodenkurs im Grünen“. „Wir hören von unseren Teilnehmern oft, dass es mit der Regenerativen Landwirtschaft wieder Spaß macht, Bauer zu sein.“, freut sich Friedrich Wenz und erläutert: „Die Regenerative Landwirtschaft verbindet Nachhaltigkeit mit Wirtschaftlichkeit. Die Betriebe haben damit wieder eine Perspektive.“

Seitens der etablierten Agrarlobby, bei den großen Dachverbänden, der Industrie und den angestammten Handelsunternehmen ist allerdings wenig Freude hinsichtlich der derzeitigen Entwicklung zu spüren. Geht es doch um ein Milliardengeschäft mit Maschinen, Düngemitteln, Pestiziden, Insektiziden und vielem mehr, das durch die Regenerative Landwirtschaft grundsätzlich in Frage gestellt wird.

2019 werden wieder zwei deutsche Bodenkurse und fünf Kurse in Nachbarländern angeboten. Sie beginnen mit einem Basismodul im Januar und Februar, dass die Grundlagen und Zusammenhänge des Humus regenerierenden Anbaus zeigt. Es folgen jeweils Praxistage zum Anbau auf bewachsenden Feldern im Frühjahr, zur Entwicklung hoher Erträge aus der Bodenfruchtbarkeit im Frühsommer und zum Boden Ernähren und Gare Aufbauen im Herbst. Die Praxistage finden bei ausgewählten Gastgeberbetrieben statt. Die Teilnehmer können damit die Betriebe und Felder über die gesamte Vegetationsperiode hinweg erleben. Die Betriebsleiter der Gastgeberbetriebe zeigen, wie sie die Entscheidungen vorbereiten und treffen.

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